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Kamerakran im Eigenbau

Welcher Kameramann träumt nicht von den Möglichkeiten, die ein Kamerakran bietet. Über eine Schlucht hinweg die Kamera schweben zu lassen, das Geschehen aus der Vogelperspektive aufzulösen, eine Eröffnungsszene mit einer Bewegung der Kamera über eine Mauer zu beginnen ... Film und Fernsehen bedienen sich bei jeder Gelegenheit dieser optischen Leckerbissen. Behutsam eingesetzt, der Dramatik angepasst, ist der Kamerakran neben der Steadicam eine der meist benutzten Mittel für die Fahrt mit der Film/Videokamera. - Das Buget der meisten Amateurfilmer und Semiprofis reicht meist nicht aus für die Anschaffung eines solchen Hilfmittels. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als im Eigenbau einen solchen selbst zu bauen. - Auf dem Weg zum eigenen Kran kann man diverse Wege gehen ...

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... ich war beim ersten Kran den Weg gegangen, einfach drauf los zu basteln. - Klar, ein paar Ideen hatte ich mir schon aus dem Internet geholt, aber die Planung beschränkte sich auf ein paar kleine Bleistiftzeichnungen aus dem letzten Urlaub und dem Glauben an mein handwerkliches Geschick.
Aber wie ich nach der Fertigstellung feststellen musste, reicht das eben manchmal nicht aus.

Also: die Vorgaben definieren und mit etwas mehr Planung an den zweiten Versuch. Nicht nur die Arbeitszeit war verschwendet, sondern auch etliche Euro in den Sand gesetzt.

Zudem war die Konstruktion (trotz ALU-Stangen) schwerer als erwartet, sodass das wirklich stabile Manfrotto-Stativ dieser Aufgabe nicht gewachsen war.

Also ein Stativ mit einem Neigekopf kommt bei soetwas nicht in Frage. Für den zweiten Versuch musste ein Stativ her, welches der Belastung von Kamera und etlichen Kilo Gegengewichten Stand hielt.
Ausgangspunkt für den zweiten Versuch in Sachen Kranbau war eine Idee von jöörch aus dem Ulead-Fanboard. Als Gelenk des Krans diente nun eine Shimano-Radnabe - kugelgelagert.

Zum Vergleich das Gelenk vom ersten Kran - zwar hatte ich auch Kugellager verwendet, aber seitlich hatte die Metallkonstruktion in der der Kranarm lag, zu viel Spiel.
Shimano Radnabe (ca. 10 Euro) Baustativ (ebay 60 Euro)
Bei ebay haben wir dann zunächst ein Baustativ für 60 Euro ersteigert - ohne Nivelierkopf - den brauchen wir für unsere Konstruktion nicht.
Für die Führung der Mittelstange haben wir aus Hartholz (Baumarkt Restekiste) eine passende Halterung zurechtgesägt.
Die Holzplatte mit Schrauben fixiert. Als Mittelstange dient uns ein Syphonrohr und eine passende Manschette aus dem Baumarkt. (ca. 10 Euro)
Nun die passende Mittelstange finden! - Am besten mit dem Syphonrohr mal in der Abteilung für Beschläge und Tischeinzelteilen suchen. Wir wurden im BAUHAUS fündig. Die dort angebotenen runden Stuhlbeine passten genau in das Rohr. Zudem haben diese einzeln zu erhaltenen Beine den Vorteil, dass sie schon mit den entsprechenden vorgebohrten Löchern versehen sind.
Mit am teuersten bei der Realisierung des Gelenks war die Sonderanfertigung für die Lagerung des Kranarms. Der seitliche Abstand musste genau so gewählt werden, dass die Shimano-Radnabe aussenliegend hineinpasste.
Die Halterung, sowie die beiden halbrunden Verbindungselemente haben wir uns bei einem Schlosser anfertigen lassen - genaue Maßvorgaben sind hier wichtig. Richtet sich wie bereits erwähnt nach der verwendeten Radnabe - also lassen wir hier mal die Abmessungen beiseite. (Kosten hierfür ca. 60 Euro.)
Die Radnabe passt genau in das angefertigte U-Profil - an den beiden U-förmigen Stahlplatten werden dan 2*2cm starke Stahlrohre montiert.
Zurück zur Führung für das Syphonrohr, in das letztendlich die oben beschriebene Konstruktion eingeführt wird. Unterhalb des Stativkopfs haben wir (ebenfalls aus Hartholz) eine weitere Führung für das Syphonrohr gesägt. Nun hat das Rohr schon einiges mehr an Stabilität - wir müssen bedenken, dass hier später das gesammte Gewicht des Krans einwirkt.
Somit war der erste wichtige Teil des Krans fertig. Die beiden Kranstangen müssen noch mit zwei Zwischenstücken verschweisst werden - ansonsten bewegt sich ja jede Seite für sich! - Preis für die Stahlrohre (30*30mm) und Verbinderstange (12mm) ca. 50 Euro. - Für die direkt am Gelenk befestigten Rohre wählten wir eine Länge von 60 cm. -
Unser Ziel war es, den Kran so modular wie möglich zu gestalten, um ihn auch leicht (grins) transportieren zu können - Kein Element sollte eine Länge von 1 Meter überschreiten! - Auf dem nächsten Bild zu sehen: die Verlängerung in Richtung Kranführung - hier ist bereits ein Vorgriff auf die Steuerung zu sehen - ein alter Fahrradlenker dient letztlich als Kranführung - und seitlich angebracht die Verlängerung für die Gewichte, die wir später noch brauchen werden. Die Standardgewichte (aus dem Fitness-Bereich) haben einen Lochinnendurchmesser von 20mm. Die BAUHAUS-Alurohre gibt es passend für diesen Durchmesser.
Die 80 Zentimeter lange Stangenkonstruktion hat natürlich den gleichen Innenabstand, wie die zuvor auf dem Gelenk verbundenen Stangen - diese werden mit selbstkonstruierten ALU-Verbindern später zusammensteckbar gestaltet. Die Ausleger für die Gewichte richten sich nach dem benötigten Gegengewicht - die Länge sollte also erst zum Schluss festgelegt werden. Hier auch zu sehen: die angeschweissten Querverbinder und der Fahrradlenker.
Das andere Ende des Kranarms (also Richtung Kamera) haben wir mit halbrunden Schellen (ca. 8 Euro) versehen, die am Ausleger befestigt werden. Hier wird dann der Arm eingelegt und mit Flügelschrauben fixiert.
Die Kranstangen
Wie im vorigen Bild schon zu sehen, verwenden wir runde Stangen für den Kranarm. Fündig wurden wir hier wieder einmal im BAUHAUS. Handelsübliche Metall-Tischfüsse mit einer Länge von jeweils 70 Zentimetern. Die gibt es einzeln (ca. 11 Euro), oder auch in einem 4er-Pack (etwas günstiger - ca. 39 Euro). Unsere Kran wird eine Armlänge von 4,20 Metern haben (ab der Stativmitte) - also 6 Stangen.
An dieser Stelle sei einmal erwähnt, dass die Reihenfolge der hier beschriebenen Bauabschnitte nicht unbedingt der entspricht, wie sie tatsächlich war. - Letztendlich bastelt man an jedem Teil ein wenig weiter, damit das ganze aufeinander abgestimmt ist.
Nicht ganz so einfach gestaltete sich die Aufgabe, die Stangen sicher und mit so wenig Spiel wie möglich zu verbinden. Letztendlich wurden wir mit den Sprühdosen (Bügelhilfe) bei ROSSMANN (0,65 Euro) glücklich - diese passen genau in die Tischbeinrohre. Um sie zu stabilisieren und auch um Schrauben befestigen zu können haben wir Holztischbeine (ca. 20 Euro) entsprechend bearbeitet und genau passend für die Dosen zurecht geschliffen.
Die Farbe der Dosen haben wir abgeschliffen - Dosen mit ca. der Hälfte der Länge ins Rohr eingeführt und mit Schrauben fixiert.
Die Stangen erhalten einen L-förmigen Einschnitt. Mit einer etwas erhöhten Schraube lassen sich die Stangen so prima gegeneinander verdrehen und sitzen zunächst "bombenfest". Aber was hier ein halber Milimeter Ungenauigkeit für Auswirkungen hat ist schon erstaunlich. Hier ist Geduld angesagt - und präzises Arbeiten.
Zur weiteren Stabilisierung (haben wir erst nachträglich vorgenommen) werden die Elemente mit einer Gewindestange verbunden und können so später noch etwas gespannt werden.
Hier sind wir noch auf der Suche nach einer eleganteren Lösung. Denkbar wären Fahrrad-Schnellspanner.
Noch mal kurz zurück zum Baustativ - ist zwar wesentlich stabiler als das Manfrotto, doch auf geraden Flächen geben die Beine unter den letztendlich benötigten Gewichten seitlich nach - dafür haben wir am Fuss ALU-Querstreben angebracht, die nach Bedarf montiert werden können.
Hierfür bringen wir später noch Klemmen für den Transport an.

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